Sommer, Meer und Jazzfunk

Estoril (Portugal), gestern abend gegen 21.30 Uhr: Eine Menge von geschätzten 600 Besuchern wartet gespannt auf den Auftritt der famosen Jazzfunk-Band Incognito bei der diesjährigen Ausgabe des Cooljazz Festival. Da wir unseren GrooveFM-Jet (Scherz!) gerade an einen Bekannten ausgeliehen hatten, mussten wir notgedrungen einen Ersatz finden: Tilo Wagner hatte für uns das Glück, das Konzert zu besuchen, denn Konzerte in Estoril sind immer etwas ganz Besonderes.

Incognito-Konzerte haben ein großes Problem: Sie hören irgendwann auf. Und dann kommt die große Leere. Jean-Paul „Bluey“ Maunick, Gitarrist, Gründer und Kopf der britisch-karibischen Jazzfunk-Band weiß ganz genau, was sein Publikum in diesen Moment braucht: Nächstenliebe. Deshalb stellte er sich nach der Show unten an die Absperrung zum Publikumsraum, hielt ein Schwätzchen, autografierte ein paar CDs und dankte jedem persönlich mit Handschlag für seine Anwesenheit. Wer nicht genau hingeschaut hatte, dachte vielleicht, einer der Roadies würde im kleinen Kreis seinen Geburtstag nachfeiern. Bluey lebt, was er auf der Bühne sagt: „Wir sind alle Musikliebhaber und diese Leidenschaft verbindet uns, macht uns zu Freunden.“

Dabei war der Beginn des Konzertes reichlich unterkühlt. Vom Atlantik, der knapp 200 Meter hinter der Bühne bläulich durchschimmerte war eine Brise aufgekommen, nur die Hälfte des Publikums hatte es wirklich geschafft, pünktlich einzutreffen (21 Uhr ist einfach viel zu früh für tanzfreudige Portugiesen), das Gesangsmikrofon war zu leise und aus dem Bass kamen brummende Töne. Das alles war natürlich auch der Band aufgefallen. Und nach ein paar warmen Willkommensworten, einem letzten Tuning und dem Auftritt der beiden Sängerinnen ging’s dann immer schneller in Richtung Groovewolke Nummer sieben. Höhepunkt war ein 25-minütiges Medley, in dem Imaani derartig zur Höchstform auflief, dass selbst der bis dahin emotionslos wirkende Rasterbassist Francis Hylton wie ein Honigkuchenpferd zu grinsen begann. Performance-Pluspunkte sammelte Keyboarder Matt Cooper, der nicht nur ein geniales Funksolos aufs Paket legte, sondern seine Lockenpracht kontinuierlich headbangend durch die Luft wirbelte. Da bebte das Publikum bis zum letzten Ton, der leider viel zu früh im Abendhimmel verklang…

Mehr über Incognito im Programm von GrooveFM!

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