Mezzoforte – Anniversary Edition

Mezzoforte-anniversaryWeit vor Björk und Sigur Rós schlägt 1983 der erste Island-Import in die europäischen Charts ein. Der Vergleich mit einer frühen Boyband liegt hierbei wirklich nahe, waren zu diesem Zeitpunkt alle Bandmitglieder doch noch unter 18 Jahre. Die Rede ist von Mezzoforte, die in diesen Tagen ihr 30jähriges Bestehen feiern. Zu diesem Anlass gibt es eine Compilation mit dem Besten aus dieser Dekade.

1977 – irgendwo in Reykjavik gründen die vier Teenager Fridrik Karlson (Gitarre), Eythor Gunnarson (Keyboards), Johann Asmundsson (Bass) und Gulli Briem (Drums) die Band Mezzoforte. Sechs Jahre später erscheint ihre erste Platte, welche auch international veröffentlicht wird: „Surprise, Surprise“. Die ausgekoppelte Single „Garden Party“ stürmt erst die UK-Charts und dann alle weiteren europäischen Charts.

Bis heute ist der Track ein Klassiker, den eigentlich jeder Mensch schon einmal gehört haben sollte. Wer das Stück wirklich noch nicht gehört hat, kann das jetzt nachholen, denn Mezzoforte haben zu ihrem 30jährigen Bestehen eine Best of-Compilation herausgebracht. Dabei wurden alle Stücke von den Musikern selbst ausgewählt, damit auch der richtige Mezzoforte-Spirit auf den beiden Silberlingen weht. Und der wird einem sprichwörtlich um die Ohren geblasen, denn alle Stücke grooven und funken bis zum Abwinken. Zwar sind die vier Musiker in einer kalten Region groß geworden, die Musik jedoch ist voll Wärme und Seele. Sie sind mit das Beste, was die Funkjazz-Szene zu bieten hat. Und das beweisen sie auch durch die Auswahl auf dieser Compilation.

Selbstverständlich darf das legendäre Stück „Garden Party“ nicht fehlen. Mezzoforte hat aber noch viel mehr zu bieten! Songs wie „Icebreaker“, „Double Orange Juice“ oder „Roller Coaster“ beweisen, was für filigrane Musiker die Vier sind. Man könnte fast meinen, die Lieder wurden am Reissbrett verfasst, und das obwohl sie alle Stücke autodidaktisch und ohne Notenkenntnis verfasst haben. Leider fehlt in der Zusammenstellung einer der seltenen Gesangsstücke von ihrem siebten Album „No Limits“ mit dem damaligen Sänger Noel McCalla. Aber das lässt sich locker verschmerzen, denn Mezzoforte ist und bleibt einfach eine reine Instrumental-Band. Hoffentlich noch lange!

Diskography:

Mezzoforte (1979)
I Hakanum (1980)
Thvilikt og annad eins (1982)
Surprise Surprise (1983)
Observations (1984)
Rising (1985)
No Limits (1987)
Playing For Time (1989)
Daybreak (1993)
Monkey Fields (1996)
Forward Motion (2004)
Anniversary Edition (2007)

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