Jessy J im Interview

Jessy J im Interview

Es passiert wirklich nicht häufig, daß sich die großen Künstler der Smooth Jazz-Szene aus den USA in Deutschland blicken lassen. Eines der wenigen Momente im Jahr ist das Smooth Jazz Festival in Augsburg, welches auch in diesem Jahr wieder einige hochkarätige Stars nach Deutschland lockte. Ich hatte die Möglichkeit einen kurzes Interview mit der Saxophonistin Jessy J zu führen, die momentan mit ihrem Album „Hot Sauce“ ganz oben in den Billboard Charts anzutreffen ist.

Willkommen in Deutschland! Bist Du das erste Mal hier?
Jessy J:
Ja, ich bin zum ersten Mal in Deutschland. Es ist sehr schön – hier gibt’s so viel Natur!

Das neue Album heisst „Hot Sauce“. Wieso hast du dein Album so genannt?
Jessy J: Ich komme aus Südamerika. Latinos sind bekannt für Ihr Feuer und Temperament. Der Name des Albums ist inspiriert aus dem latein amerikanischen. Der Rhythmus zusammen mit dem Sound meines Saxophons ergibt die „Hot Sauce“.

„Hot Sauce“ wurde von Paul Brown produziert. Wie seid ihr für dieses Album zusammen gekommen?
Jessy J: Ich habe ihn angesprochen! Ich lernte ihn 2006 auf dem New Pearl Beach Jazz Festival kennen. Ich sah ihn auf der Bühne spielen und wusste, dass ich mit ihm arbeiten wollte. Also lernten wir uns nach dem Konzert kennen und ich gab ihm eine CD von mir und sagte: „Es wäre klasse, wenn Sie eines Tages mein Album produzieren könnten. Wann können wir anfangen?“ Er erklärte mir, daß er nur mit Künstler zusammenarbeiten würde, die bereits einen Plattenvertrag hätten. Und das hatte ich zu diesem Zeitpunkt leider nicht. Einige Monate später suchte er für seine Band einen weiteren Saxophon-Spieler. Er rief mich also an und wir spielten ein paar Shows zusammen. Wir begannen regelmäßig miteinander zu spielen und beschlossen schließlich, gemeinsam mein Album „Tequila Moon“ aufzunehmen.

Auf dem neuen Album „Hot Sauce“ spielst Du mit einigen bekannten Künstlern, wie zum Beispiel Joe Sample oder Ray Parker Jr. zusammen. Wie kam das zustande?
Jessy J: Ich hab‘ sie gefragt! (Lacht) Als Musikerin habe ich gelernt, sehr fokussiert zu arbeiten. Du mußt genau wissen, was Du willst. Ich wollte zum Beispiel mit Paul Brown arbeiten. Ich wußte auch, dass ich mit Joe Sample einen Song schreiben und aufnehmen wollte. Ich schreibe mir immer ein Liste, was ich noch tun möchte um dies dann auch aktiv voranzutreiben. Joe Sample habe ich im Jahr 2008 kennengelernt. Ich sagte ihm, dass ich gerne einmal mit ihm zusammen spielen würde. Er war gerade dabei ein Konzert zu beginnen und auf die Bühne zu gehen. Er fragte mich, ob ich mein Saxophon dabei hätte. Wir spielten zusammen „Put it where you want it“ – eines seiner bekanntesten Stücke. Wir merkten beide, wie gut wir miteinander harmonierten und so sagte ich zu ihm nach dem Konzert: „Joe, ich würde mit Dir gerne eine CD aufnehmen!“ Anfang dieses Jahres war es dann soweit und wir schrieben die Songs „Rainbow Gold“ und „Last Night“ und nahmen sie auch auf.

Ich habe gelesen, dass der Song „Last Night“ in einem Take aufgenommen wurde und in Wirklichkeit 15 Minuten dauert. Planst du diese Version zu veröffentlichen, zum Beispiel als Download?
Jessy J: Das ist eine gute Idee! Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. 15 Minuten ist aber ein wirklich langer Song. Es war so besonders, weil wir alle so am Grooven waren. Es gab irgendwie kein Weg es zu beenden. Wir spielten einfach weiter: Harvey Mason spielte Drums, Nick Sample spielte den Bass – er ist der Sohn von Joe Sample – und dann noch Joe und Ray Parker Jr. Irgenwann mußten wir dann doch aufhören.

Peter zusammen mit Jessy J beim Smooth Jazz Festival 2011 in Augsburg.Welche Musik ist auf deinem iPod oder MP3-Player?
Jessy J: Ich habe einen 160 GB iPod auf dem meine gesamte Musik gespeichert ist. Ich höre zum Beispiel gerne schöne Klassiker und Sergio Mendez. Ich liebe Sergio Mendez. Ich habe außerdem viel Musik von neuen Jazz-Künstlern wie zum Beispiel Gretchen Parlato, Esperanza Spalding oder Saunders Sermons, der übrigens auch auf meiner CD zu hören ist. Ich liebe einfach Musik!

Du nutzt die Social Networks ziemlich stark. Du bist wirklich überall: Facebook, Twitter und ich glaube, du hattest mal einen Podcast.
Jessy J: Ja, ich habe meinen Podcast schon lange nicht mehr aktualisiert. Dafür habe ich vor kurzem zehn Webisodes für mein neues Album aufgenommen. Jede Folge handelt von einem mexikanischen Rezept und meinem Album „Hot Sauce“. Ich denke es ist sehr wichtig, direkt an den Fans dran zu sein. In dieser Zeit, wo Plattenläden immer weniger werden, haben Künstler jetzt die Möglichkeit sich direkt mit den Fans in Verbindung zu setzen und ich finde das unbezahlbar.

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